Lead-Portale und ihre Alternativen: Vier Wege zu Eigentümerkontakten im Vergleich

Hayk Sahakyan (M.Sc.)

Hayk Sahakyan (M.Sc.) · 2 Min. Lesezeit

Das Wichtigste in Kürze

  • Lead-Portale liefern meist Bewertungsanfragen: Kontakte, die zunächst nur den Wert ihrer Immobilie wissen wollen und häufig parallel an mehrere Makler verkauft werden.
  • Empfehlungen liefern die beste Abschlussquote, sind aber in der Menge nicht steuerbar und damit keine Wachstumsgrundlage.
  • Nur eine eigene Eigentümerkampagne verbindet exklusive Kontakte mit steuerbarer Menge und baut zugleich die eigene Marke in der Region auf.
Inhalt

Für Eigentümerkontakte gibt es vier Wege: Gekaufte Portal-Leads, Empfehlungen, Kaltakquise und eigene Kampagnen. Sie unterscheiden sich weniger im Preis pro Kontakt als in Exklusivität, Steuerbarkeit und dem, was nach zwölf Monaten davon übrig ist.

Wer nur die Kosten pro Kontakt vergleicht, kommt zu falschen Schlüssen. Dieser Artikel stellt die vier Wege mit ihren tatsächlichen Stärken und Schwächen gegenüber.

Was Lead-Portale tatsächlich verkaufen

Der Großteil der über Lead-Portale angebotenen Eigentümerkontakte entsteht über Immobilienbewertungen. Der Eigentümer möchte unverbindlich wissen, was seine Immobilie wert ist, und hinterlässt dafür seine Daten. Eine Verkaufsabsicht ist damit nicht verbunden.

Dazu kommt die Frage der Exklusivität: Viele dieser Kontakte gehen an mehrere Makler gleichzeitig. Sie bezahlen dann für kurzfristige Aufmerksamkeit bei einem Interessenten, der parallel von Wettbewerbern angerufen wird, und bauen dabei keinen eigenen Kanal auf.

Empfehlungen und Kaltakquise: Stärken und Eigenarten

Empfehlungen sind qualitativ unschlagbar, weil Vertrauen bereits vorhanden ist. Kein anderer Weg beginnt ein Mandatsgespräch mit einer besseren Ausgangslage, weshalb sie das Fundament bleiben. Was sich dabei nicht steuern lässt, ist der Zeitpunkt, denn Empfehlungen entstehen, wenn im Umfeld eines Kontakts ein Verkauf ansteht.

Kaltakquise ist umgekehrt der eine klassische Weg, dessen Menge Sie selbst bestimmen. Sie kostet dafür die wertvollste Ressource, nämlich Ihre Zeit und die Ihrer Mitarbeiter, und sie erreicht Eigentümer unabhängig davon, ob diese gerade über einen Verkauf nachdenken. Beide Wege ergänzen sich damit gut, decken aber zusammen noch keine planbare Menge an vorqualifizierten Gesprächen ab.

Die vier Wege im direkten Vergleich

Gekaufte Portal-LeadsEigene Eigentümerkampagne
ExklusivitätHäufig mehrfach vergebenKontakt gehört ausschließlich Ihnen
Anlass des KontaktsMeist Wertauskunft ohne VerkaufsabsichtReaktion auf Ihr konkretes Angebot
Steuerbarkeit der MengeAbhängig vom Angebot des PortalsÜber Budget und Region steuerbar
Wirkung auf die eigene MarkeDie Sichtbarkeit entsteht beim PortalJede Einblendung baut regionale Bekanntheit auf
Was nach zwölf Monaten bleibtVerbrauchte KontakteEigener Kanal, Daten und Markenwirkung

Empfehlungen und Kaltakquise fehlen in der Tabelle bewusst, weil sie sich nicht über Budget steuern lassen und damit in einer anderen Kategorie spielen. Sie bleiben als Fundament wichtig und stehen nicht in Konkurrenz zu einem planbaren Kanal, sondern daneben.

Der entscheidende Unterschied ist der Zeitpunkt

Bei einem gekauften Bewertungs-Lead sind Sie einer von mehreren Anbietern, die sich nach einer unverbindlichen Anfrage melden. Bei einer eigenen Kampagne erreichen Sie Eigentümer, während die Verkaufsentscheidung reift, und führen das Gespräch, bevor verglichen wird.

Genau daraus entstehen Exklusivmandate statt Preisverhandlungen um durchgereichte Kontakte. Wie dieser Kanal aufgebaut wird, lesen Sie im Artikel Exklusivmandate gewinnen.

Fazit: Nicht der Preis pro Kontakt entscheidet

Ein gekaufter Kontakt kann günstiger aussehen und trotzdem teurer sein, wenn er mehrfach vergeben ist, keine Verkaufsabsicht mitbringt und nach dem Anruf nichts hinterlässt. Der eigene Kanal kostet zunächst mehr Vorbereitung, wächst aber mit jeder Kampagne.

Wie sich die Begriffe der Anbieter dabei sauber prüfen lassen, behandelt der Artikel Qualifizierter Lead: Definition und Abgrenzung.

Häufige Fragen

Was sind Lead-Portale für Immobilienmakler?

Anbieter, die Eigentümerkontakte verkaufen. Diese entstehen überwiegend über Immobilienbewertungen, bei denen Eigentümer unverbindlich den Wert erfahren möchten, und werden häufig an mehrere Makler gleichzeitig vergeben.

Welche Alternativen gibt es zu gekauften Leads?

Empfehlungen, Kaltakquise und eigene Eigentümerkampagnen. Empfehlungen liefern die beste Qualität ohne steuerbare Menge, Kaltakquise kostet vor allem Zeit, und nur die eigene Kampagne verbindet Exklusivität mit steuerbarer Menge.

Warum sind mehrfach verkaufte Leads problematisch?

Weil der Wettbewerb dieselbe Nummer anruft. Der Eigentümer erhält mehrere Anrufe zu einer Anfrage, die er unverbindlich gestellt hat, was die Gesprächssituation und die Abschlusswahrscheinlichkeit für alle Beteiligten verschlechtert.

Hayk Sahakyan (M.Sc.)

Über den Autor: Hayk Sahakyan (M.Sc.)

Vertrieb, Wachstum & Strategie

Hayk bringt Erfahrung aus Unternehmensberatung, Finanzwelt und Marketing mit. Daraus entwickelt er die Strategien und Skalierungsmodelle, mit denen Immobilienunternehmen planbar neue Mandate, Käufer und Mitarbeiter gewinnen.

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